DAS LICHT


Ein voller Kreis, und wieder fortgegeben
dein ganzes Selbst auf jene Häupter nieder,
die weichend schmäh’n, du könntest sie verblenden,
doch blind geboren, mutlos neu erblinden.


Was wahr ist, wird nie alt, es wird errichtet:
Aus dem, was wohlgefällig sei,
vertraut zugleich, doch frisch und neu,
mit jedem Tag ein Stückchen aufgeschichtet.

Und um den Bau behend am Werk zu halten,
schafft nur die strickte Einigkeit
die angebrachte Sicherheit
und sollte drum stets ohne Zweifel walten.

Es gilt, die kleinste Störung zu vermeiden:
Durch das, was fern der neuen Pflicht
die alte Ewigkeit verspricht,
auf dass nur ewig keine Geister scheiden.


So jung noch, und so lange währt ein Leben.
Du scheinst gewiss die nächsten Male wieder,
um ohne Rücksicht neu dich aufzuwenden,
ein erstes, tapfres Blinzeln doch zu finden.



Gerald Grundmann

© 2015 by Gerald Grundmann

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now