DIE BRANDUNG

FÜR DAS KIND, DAS IN UNS ÜBERLEBT HAT


Mir trat die alte Frage zu den Sinnen,
ob Felsen wirklich oder doch der Brandung
am klügsten wohl wir sollten abgewinnen
die Art, den Auftritt und die rechte Haltung.

Der Fels ist stark genug, dass kein Geschehen
von Sturm und Kraft ihn jemals kann erreichen.
So groß sie sein mag, er wird überstehen
und sieht zuletzt den matten Gegner weichen.

Und dennoch muss dank ganz verschied’ner Stärke
die zarte Brandung einst ihn überwinden.
Beständig und behend zugleich am Werke,
lässt sie den größten Fels zu nichts verschwinden.

Wohl an, nach diesem Bilde woll’n wir’s halten
und niemals uns ergeben wie die Brandung.
Drum seh’ ich in die Zeit und seh’ uns walten,
im Wachsen noch und immer noch voll Hoffnung.



Gerald Grundmann

© 2015 by Gerald Grundmann

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