HALTE STILL


So halte still, den Kern noch zu verschließen!
Und würdest ihn so gerne offen zeigen,
denn welche Blüten könnten aus ihm steigen.
Doch sie allein, nur sie darf ihn begießen.

Nur sie auch sich an seinen Früchten laben,
die du so reich und prächtig in ihn legtest,
in all der Zeit voll Hoffnung gütlich pflegtest.
Wenn sie’s nur ist, so soll sie alles haben.

Nun sieh ihr nach. Wie weit war sie gedrungen?
Ganz stumm warst du, so stumm wie deine Fragen,
und scharf dein Blick, geduldig zuzusehen.

Ein Schritt noch, und er wäre dir zersprungen.
Was fehlte dir? Es wär’ nicht viel zu sagen.
Und doch: Sie war es nicht. Sie musste gehen.



Gerald Grundmann