IKARUS


Flüsse, Ströme, Meere
halten mich nicht auf.
Wenn ich sie durchquere,
kreuzt sich unser Lauf.
Winde, Sturm, Orkane
halten mich nicht hier.
Schneisen, die ich bahne,
führen mich zu dir.

Groß und alt ist deine Seele
und wie keine and’re schön.
Fühle Furcht und Glück und wähle
die Gefahr, dich nah zu sehn.

Töne, Stimmen, Klänge
wie aus deinem Mund,
teilen mir die Menge,
tun den Ort mir kund.
Feuer, Glut und Lichte,
Zeichen nur von dir,
sind mir wie Gesichte,
und ich bin allhier.

Heiß und dunkel deine Sonnen,
brennen mir die Furcht zu Glück,
alle Schmerzen gleich zu Wonnen,
beide leichter noch zurück.


Gerald Grundmann