UND BIS DU SCHWEIGST


Einmal zu oft die Stimme ausgesendet,
auf dass dir jemand deine Stille nimmt,
von harter Wand im Nu zurückgewendet,
die leeren Schalls sie niemals umgestimmt.

Einmal zu oft die Masken abgenommen,
um ganz in deiner Rührung bloßzustehn
und im Gelächter, das dir angekommen,
gebrochen und für immer fortzugehn.

Bis du mir zeigst,
wo deine Grenzen sind,
und bis du schweigst,
bin ich allhier, dein Kind.

Einmal zu oft die Hand emporgehoben,
auf dass vom Boden jemand dich erhebt,
von hohem Ross im Nu hinweggestoben,
das stieren Blickes nie zu ihr gestrebt.

Einmal zu oft die Wunden zeigen wagen,
um ganz dir deine Schwäche zu verzeihn,
und nach den Tritten, die dir angetragen,
lebendig und für immer tot zu sein.

Bis du mir zeigst,
wo deine Grenzen sind,
und bis du schweigst,
bin ich allhier, dein Kind.



Gerald Grundmann

© 2015 by Gerald Grundmann

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now